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Birgit Peer

Ich schreibe Newsletter für Coaches, Berater und Dienstleister. Damit aus stillen Kontakten Kunden werden. Ohne Dauerposten auf Social Media und ohne Verkaufsgebrüll.

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Bubi, das Klo und mein bestes Argument fürs Dranbleiben

Bubi steht heut Früh am Klo, Tür sperrangelweit offen (Privatsphäre ist bei uns eher ein theoretisches Konzept), und ruft quer durchs Haus: „Mama! Ich hab mein Lied fertig gesungen, bevor ich fertig war!" Ich weiß bis heute nicht, was das heißen soll. Aber irgendwas an dem Satz lässt mich nicht los. Weil genau so fühlt sich für die meisten Selbstständigen ihr Newsletter an. Das Lied ist längst geschrieben, im Kopf, in Bruchstücken, zwischen zwei Kundenterminen. Nur singt's nie wer fertig. In...

Letzten Dienstag, kurz vor neun. Bubi steht plötzlich im Türrahmen, Schlafanzug mit den Traktoren drauf, die kurzen Haare vom Kopfkissen ganz platt auf der einen Seite, und schaut mich an, wie ich wie wild am Laptop tippe, als würd ich grad ein Attentat planen. „Mama. Was machst du da die ganze Zeit." „Ein Geheimnis", sag ich. Er überlegt kurz, ganz ernst. „Ein gutes oder ein schlechtes." „Ein gutes." „Für mich?" „Nein, für andere Selbstständige, die einen Newsletter haben." Stille. Dann,...

Freitagnachmittag, ein winziges Kaffeehaus in Innsbruck, vier Frauen und ich quetschen uns um einen viel zu kleinen Tisch. Meine alte Klasse aus der Höheren Schule. Dreißig Jahre her, gefühlt eine halbe Ewigkeit. Fünf Minuten Small Talk, dann ist die Höflichkeit erledigt. Veronika macht unseren alten Mathe-Professor nach, Toupet und alles, ich lach so fest, dass mir fast der Kaffee aus der Nase kommt. Babsi erinnert sich an meine Dauerwelle mit siebzehn (bitte, wir reden hier von einer...

Vor eineinhalb Jahren, Reader. Flohmarkt in der Früh, kalt, Kaffee aus dem Pappbecher. Ich seh sie und weiß sofort: die muss mit. Eine alte Kommode, wunderschönes Holz, Griffe aus Messing. Zuhause dann der erste Dämpfer. Viel zu hoch für einen Schreibtisch. Kein Problem, dachte ich mir. Bin ja die Erfinderin schlechthin. Bürosessel ganz nach oben gedreht. Immer noch zu hoch. Also die Wickelunterlage von meinem Sohn drunter geklemmt. Ein Stück höher jetzt, endlich. Nur meine Füße baumelten...

Neulich sitze ich am Badesee, Sonnencreme klebt mir am Arm, Bubi springt zum zehnten Mal vom selben Stein ins Wasser und ruft "Mama schau", als würd ich zum allerersten Mal zuschauen (mach ich natürlich trotzdem, mit vollem Applaus). Mitten in der Hitze wandern meine Gedanken zurück zum letzten Winter. Zu meinem Standl am Weihnachtsmarkt. Minus drei Grad, Finger schon taub. Eine Frau greift nach den handgestrickten Wollsocken aus Nepal. Dreht sie um. "Habt ihr die auch billiger? So für fünf...

Bubi, sechs Jahre alt, Experte für alles, sitzt beim Frühstück und schaut mich an. „Mama. Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" „Ich schreibe Geschichten." „Wie beim Buch?" „Ja, aber für... Firmen." Er kaut. Denkt nach. „Aber Firmen können doch nicht lesen." Ich hab kurz überlegt, ob ich widerspreche. Hab's gelassen. Der Bub hat einen Punkt. Firmen lesen keine Mails. Menschen lesen Mails. Und die meisten Newsletter klingen, als wäre das noch niemandem aufgefallen. „Liebe Community, heute...

Andrea hat mir letzte Woche eine E-Mail geschickt. Zwischen Kursabgabe, drei halbfertigen Landingpages und Urlaubskoffer packen. (Ich hab beim Lesen kurz gezählt. Das sind vier Baustellen. Gleichzeitig. Ich hab ihr nicht gesagt, dass ich das bewundernswert und leicht wahnsinnig finde.) Und ganz am Ende, fast schon als Nachsatz: "Mein Konzept, das ich ja habe, muss ich erst noch sortieren." Ich hab die Mail kurz auf dem Bildschirm stehen lassen. Weil ich diesen Satz kenne. Ich kenn ihn aus...

Ich arbeite grad an einem neuen Angebot. Und bevor ich davon auch nur eine Zeile schreib, will ich zuerst wirklich verstehen, wie's dir mit dem Thema geht. Mein wichtigstes Mental Model dabei heißt: Listen for the Problem, not the Solution. Zuhören, wo's grad wehtut, bevor man mit einer fertigen Lösung um die Ecke kommt. (Auch wenn die fertige Lösung in meinem Kopf grad schon ungeduldig auf der Türschwelle wartet, ehrlich gesagt.) Und dafür brauch ich dich, Reader. Es geht um das Thema...

Letzte Woche war ich mit einer Gruppe Jugendlicher am Berg. Von der Hütte zum Gipfel, normalerweise eine Stunde. Spazieren mit Verschnaufpause. Bei uns wurden's zwei. Eine Siebzehnjährige war dabei. Sport ist für sie ungefähr so attraktiv wie Zähne ziehen, und die paar Kilo extra haben den Aufstieg auch nicht leichter gemacht. Schon nach den ersten Metern hat sie aufgeben wollen. Ich kenne das Gesicht. Dieses "Lasst mich einfach hier liegen" Gesicht. Ich bin mit ihr gegangen. Die anderen...

Für die nächsten Wochen hab ich meinen Laptop zugeklappt, Reader. Ich springe nämlich gerade mit Jugendlichen durch den Wald und spiele kooperative Abenteuerspiele mit ihnen. Das mache ich auch noch, parallel zu meiner Arbeit als Texterin. Wenn ich also mal nicht Texte für meine Kunden produziere, die ihnen mehr Umsatz bringen, dann stehe ich irgendwo im Tiroler Unterholz und erkläre aufgedrehten Teenagern, warum Kooperation cooler ist als Gegeneinander. Das heißt konkret für dich, in den...