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Neulich sitze ich am Badesee, Sonnencreme klebt mir am Arm, Bubi springt zum zehnten Mal vom selben Stein ins Wasser und ruft "Mama schau", als würd ich zum allerersten Mal zuschauen (mach ich natürlich trotzdem, mit vollem Applaus). Mitten in der Hitze wandern meine Gedanken zurück zum letzten Winter. Zu meinem Standl am Weihnachtsmarkt. Minus drei Grad, Finger schon taub. Eine Frau greift nach den handgestrickten Wollsocken aus Nepal. Dreht sie um. "Habt ihr die auch billiger? So für fünf Euro?" "Die gibt's nur zum vollen Preis", sag ich. Faire Löhne für die Frauen, die diese Socken stricken, das war der Sinn hinter meinem Standl. Sie zieht weiter, Richtung Punschstand. Zwei Minuten später steht ein Paar da. "Schau mal, genau sowas hab ich in Kathmandu gesehen", sagt die Frau zu ihrem Mann. Die zwei kaufen drei Paar, auf der Stelle, Preis akzeptiert wie eine Selbstverständlichkeit. Vier Wochen später klingelt mein Handy. Die zwei aus Salzburg. "Wir wollten nur sagen, wie mega die Socken sind", sagt die Frau, "jeden Abend warme Füße, und die sehen so toll aus, wir mussten dir das einfach erzählen." So ein Anruf motiviert mich echt mehr als jede Zahl in einer Excel-Tabelle. Gleicher Stand. Gleiche Socken. Zwei völlig verschiedene Begegnungen. Vielleicht liest du das grad um 22 Uhr, Laptop am Bauch, Bettdecke bis zum Kinn (kenn ich, schreib meine Newsletter oft genauso, nur mit Bubi-Schnarchen im Hintergrund). Eine Kundin von mir hat das genauso gemacht. Sie ist Mentaltrainerin, arbeitet mit Meditation und bewusstem Atmen, und hat ihr Freebie komplett neu überlegt. Maßgeschneidert, für eine einzige Gruppe: Menschen mitten im Burnout-Vorstadium, die tagsüber tausend Bälle jonglieren und nachts trotz bleierner Müdigkeit stundenlang wach liegen. Eigene Landingpage, eigene Sprache für genau deren Nächte. Und siehe da, die Leute, die sich eintragen, wollen tatsächlich genau das, was drinsteckt. Ein generisches Freebie zieht generische Leute an, die klicken kurz drauf und sind schon wieder weg. Falls dir dieses eine Freebie für DIE eine Person noch fehlt: Genau da kann ich dir helfen. Meld dich einfach, Reader, dann quatschen wir, gern auch mit den Zehen im Wasser. Liebe Grüße aus Tirol, diesmal mit Sonnenbrand statt tauben Fingern. P.S. Die Frau mit den fünf Euro hab ich übrigens nie wiedergesehen. Kein Anruf, kein Wiederkommen, einfach weg Richtung Punsch. Das ist auch völlig OK so. |
Ich schreibe Newsletter für Coaches, Berater und Dienstleister. Damit aus stillen Kontakten Kunden werden. Ohne Dauerposten auf Social Media und ohne Verkaufsgebrüll.
Bubi steht heut Früh am Klo, Tür sperrangelweit offen (Privatsphäre ist bei uns eher ein theoretisches Konzept), und ruft quer durchs Haus: „Mama! Ich hab mein Lied fertig gesungen, bevor ich fertig war!" Ich weiß bis heute nicht, was das heißen soll. Aber irgendwas an dem Satz lässt mich nicht los. Weil genau so fühlt sich für die meisten Selbstständigen ihr Newsletter an. Das Lied ist längst geschrieben, im Kopf, in Bruchstücken, zwischen zwei Kundenterminen. Nur singt's nie wer fertig. In...
Letzten Dienstag, kurz vor neun. Bubi steht plötzlich im Türrahmen, Schlafanzug mit den Traktoren drauf, die kurzen Haare vom Kopfkissen ganz platt auf der einen Seite, und schaut mich an, wie ich wie wild am Laptop tippe, als würd ich grad ein Attentat planen. „Mama. Was machst du da die ganze Zeit." „Ein Geheimnis", sag ich. Er überlegt kurz, ganz ernst. „Ein gutes oder ein schlechtes." „Ein gutes." „Für mich?" „Nein, für andere Selbstständige, die einen Newsletter haben." Stille. Dann,...
Freitagnachmittag, ein winziges Kaffeehaus in Innsbruck, vier Frauen und ich quetschen uns um einen viel zu kleinen Tisch. Meine alte Klasse aus der Höheren Schule. Dreißig Jahre her, gefühlt eine halbe Ewigkeit. Fünf Minuten Small Talk, dann ist die Höflichkeit erledigt. Veronika macht unseren alten Mathe-Professor nach, Toupet und alles, ich lach so fest, dass mir fast der Kaffee aus der Nase kommt. Babsi erinnert sich an meine Dauerwelle mit siebzehn (bitte, wir reden hier von einer...