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Reader, vierzig Jahre lang lag der Rubik's Cube bei mir zwischen Schrottschublade und Trotzobjekt. (Ja, so ein Trotz braucht Platz.) Mein Bruder hat's über die Jahre locker fünfzig Mal probiert. Jetzt der Urlaub. Mein Bruder war mit dabei, genauso wie Bubi und seine zwei Halbschwestern. Es dauerte in etwa fünf Tage. Danach saßen alle drei jeden Morgen am Frühstückstisch und würfelten um die Wette. Und dann kam der Moment, der mich echt gepackt hat. Das hat mich richtig geärgert. Ein Sechsjähriger kapiert in ein paar Tagen, wofür ich seit vier Jahrzehnten offensichtlich zu blöd war. Da musste ich ran. Also hab ich ihn geschnappt (den Würfel, Bubi hätte sich vermutlich auch schnappen lassen) und gefragt, ob er's mir zeigt. Bubi hat sich vor mich hingesetzt, ernst wie ein kleiner Lehrer, und mir Schritt für Schritt erklärt, wie der Würfel funktioniert. Er hatte tatsächlich recht. (Ich zolle vierzig Jahre zu spät Respekt.) Genau deshalb darf Storytelling in echt jedem Newsletter Platz haben, in jedem Markenauftritt sowieso. Und jetzt will ich's wissen: Birgit P.S. Falls du jetzt denkst, sechs Jahre und ein paar Tage sind schon eine Ansage: Es geht auch eine Nummer wahnsinniger. Dieser Junge hier löst drei Würfel gleichzeitig, während er sie jongliert. |
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Dienstagnachmittag hat mir mein Sechsjähriger mitten am Waldweg erklärt, dass wir jetzt einfach nicht mehr weitergehen, Reader.Und zwar mit einer Überzeugungskraft, um die ihn jeder Verkäufer beneiden würde. „Meine Schuhe sind kaputt." Ich schau mir die Schuhe an. Fest zugebunden, keine Naht offen, an den richtigen Füßen. „Was ist kaputt dran?" „Sie sind zu leise. Ich hör mich selbst nicht mehr gehen." (Solche Sätze sammle ich mittlerweile wie andere Leute Briefmarken. Im Storyletter Club...
Samstagvormittag, Reader. Garten, Sonne, und mittendrin Bubi mit einer Schnecke in der Hand und einer Miene, als würde er gleich vor Gericht plädieren. „Mama. Die darf bleiben. Die frisst nur Dienstags-Blätter." Drei Sekunden Stille... dann dieser Blick. Todernst. Als würde grad die Zukunft der ganzen Schneckenpopulation dranhängen. Ich hab sofort ja gesagt. (Über den Wahrheitsgehalt von Dienstags-Blätter-Diäten reden wir lieber ein andermal.) Der Grund für mein Ja war simpel. Ein einziges,...
Sechs Stunden Autobahn. Achtunddreißig Grad im Schatten, und Schatten gab's an dem Tag höchstens auf der Landkarte, wenn überhaupt. Drei Kinder am Rücksitz. Falls sich das grad nach Urlaubsidylle anhört, lass mich das kurz geradebiegen. Von hinten lief der Soundtrack im Halbstundentakt. "Ich hab Hunger." "Wann sind wir da." "Mir ist langweilig." "WANN. SIND. WIR. DAAA." Dazwischen Zoff um den Fensterplatz und um den Rubiks Cube, der offenbar über Leben und Tod entschied. Details spar ich mir,...