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Sechs Stunden Autobahn. Achtunddreißig Grad im Schatten, und Schatten gab's an dem Tag höchstens auf der Landkarte, wenn überhaupt. Drei Kinder am Rücksitz. Falls sich das grad nach Urlaubsidylle anhört, lass mich das kurz geradebiegen. Von hinten lief der Soundtrack im Halbstundentakt. "Ich hab Hunger." "Wann sind wir da." "Mir ist langweilig." "WANN. SIND. WIR. DAAA." Dazwischen Zoff um den Fensterplatz und um den Rubiks Cube, der offenbar über Leben und Tod entschied. Details spar ich mir, ehrlich gesagt, weil sonst wird das hier länger als die Fahrt selbst. Zuhause dann sofort Programm zwei. Eine Viertelstunde später geh ich ins Bad. Und erschrecke fast zu Tode. Bubi hat aus der Badewanne offenbar seinen persönlichen Ozean gemacht (er nennt das später "forschen", ich nenn's Land unter). In dem Moment hab ich kurz überlegt, ob ich die Tür einfach zumach und so tu, als wär grad Meeresrauschen zum Einschlafen im Programm. Ernsthaft. Zum Glück, und wirklich nur zum Glück, hat meine Wohnung eine kleine Schwelle zwischen Bad und Gang. Eineinhalb Zentimeter, mehr Türstock als Bauwerk. Eine Stunde Bad putzen danach. Was mich an dem Abend am meisten beeindruckt hat, war eigentlich diese blöde Türschwelle. Genau so ein Ding brauchst du für deine Kundenanfragen. Falls deiner grad eher wie die offene Badezimmertür funktioniert, Birgit P.S. Bubi will jetzt Meeresbiologe werden. Wegen der "Forschung" von neulich. Ich überleg noch, wie ich ihm beibring, dass echte Meeresbiologen die Ozeane draußen suchen und nicht in der eigenen Badewanne anlegen. |
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Dienstagnachmittag hat mir mein Sechsjähriger mitten am Waldweg erklärt, dass wir jetzt einfach nicht mehr weitergehen, Reader.Und zwar mit einer Überzeugungskraft, um die ihn jeder Verkäufer beneiden würde. „Meine Schuhe sind kaputt." Ich schau mir die Schuhe an. Fest zugebunden, keine Naht offen, an den richtigen Füßen. „Was ist kaputt dran?" „Sie sind zu leise. Ich hör mich selbst nicht mehr gehen." (Solche Sätze sammle ich mittlerweile wie andere Leute Briefmarken. Im Storyletter Club...
Samstagvormittag, Reader. Garten, Sonne, und mittendrin Bubi mit einer Schnecke in der Hand und einer Miene, als würde er gleich vor Gericht plädieren. „Mama. Die darf bleiben. Die frisst nur Dienstags-Blätter." Drei Sekunden Stille... dann dieser Blick. Todernst. Als würde grad die Zukunft der ganzen Schneckenpopulation dranhängen. Ich hab sofort ja gesagt. (Über den Wahrheitsgehalt von Dienstags-Blätter-Diäten reden wir lieber ein andermal.) Der Grund für mein Ja war simpel. Ein einziges,...
Reader, vierzig Jahre lang lag der Rubik's Cube bei mir zwischen Schrottschublade und Trotzobjekt. (Ja, so ein Trotz braucht Platz.) Mein Bruder hat's über die Jahre locker fünfzig Mal probiert. Jedes Mal dasselbe Spiel: Er dreht und erklärt, dreht dann wieder. Und ich blieb spätestens nach einer Viertelstunde bei "so, jetzt reicht's" hängen, der Würfel flog nicht unbedingt elegant in die Ecke. Jetzt der Urlaub. Mein Bruder war mit dabei, genauso wie Bubi und seine zwei Halbschwestern. Und...