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Eigentlich stand der Plan für gestern Nachmittag längst fest, Reader: Dann hol ich ihn vom Kindergarten ab, und noch bevor ich das Tor ganz zu hab... kommt schon die Ansage. Radl fahren, direkt vor der Haustür. Nachmittagsprogramm, exklusiv für zwei sechsjährige Herren. Mich hat er dabei schlicht übergangen (das erklärt er mir dann auch, mit einem leicht überheblichen Grinsen, das er sich offenbar bei seinem Freund abgeschaut hat, ich geb die Erfindung gern an ihn ab). „Mama, heute sind nur Daniel und ich dran." Ausgeladen... Mit sechs Jahren schon druckreif formuliert. Mich hat das für ein paar Sekunden echt getroffen. Die erste richtige Abnabelung, so fühlt sich das also an. Mitten in meiner eigenen Verblüffung, ist mir ein Gedanke gekommen, der für mein Business ziemlich gut passt. Wie oft glaubst du, Reader, deine Präsenz muss in jedem Moment deiner Leserin spürbar sein, sonst bröckelt die Verbindung? Am Kindergartentor hab ich gestern was anderes gelernt: Abwesenheit kann sogar ein Vertrauensbeweis sein. Mein Newsletter läuft für mich nach dem gleichen Prinzip. Die Verbindung hält trotzdem, auch wenn ich für sie in dem Moment schlicht Nebensache bin. Mein Learning aus dem gestrigen Ausgeladen-Werden, ganz konkret fürs Newsletterschreiben: So eine Gelassenheit üb ich mit meinen Kundinnen im Storyletter Club jede Woche. Bubi und ich holen die Wanderung diese Woche nach. Mit Freund im Schlepptau natürlich, weil sechs Jahre alt und Abnabelung eben heißt: Der Kumpel kommt jetzt fix mit. Birgit P.S.: Als Trost hat mir Bubi am Abend erklärt, ich darf nächstes Mal auch mitradeln, allerdings nur mit dem Roller, weil das Radl für Kinder reserviert sei. Verhandlungsbasis eröffnet, quasi. |
Ich schreibe Newsletter für Coaches, Berater und Dienstleister. Damit aus stillen Kontakten Kunden werden. Ohne Dauerposten auf Social Media und ohne Verkaufsgebrüll.
Dienstagnachmittag hat mir mein Sechsjähriger mitten am Waldweg erklärt, dass wir jetzt einfach nicht mehr weitergehen, Reader.Und zwar mit einer Überzeugungskraft, um die ihn jeder Verkäufer beneiden würde. „Meine Schuhe sind kaputt." Ich schau mir die Schuhe an. Fest zugebunden, keine Naht offen, an den richtigen Füßen. „Was ist kaputt dran?" „Sie sind zu leise. Ich hör mich selbst nicht mehr gehen." (Solche Sätze sammle ich mittlerweile wie andere Leute Briefmarken. Im Storyletter Club...
Samstagvormittag, Reader. Garten, Sonne, und mittendrin Bubi mit einer Schnecke in der Hand und einer Miene, als würde er gleich vor Gericht plädieren. „Mama. Die darf bleiben. Die frisst nur Dienstags-Blätter." Drei Sekunden Stille... dann dieser Blick. Todernst. Als würde grad die Zukunft der ganzen Schneckenpopulation dranhängen. Ich hab sofort ja gesagt. (Über den Wahrheitsgehalt von Dienstags-Blätter-Diäten reden wir lieber ein andermal.) Der Grund für mein Ja war simpel. Ein einziges,...
Reader, vierzig Jahre lang lag der Rubik's Cube bei mir zwischen Schrottschublade und Trotzobjekt. (Ja, so ein Trotz braucht Platz.) Mein Bruder hat's über die Jahre locker fünfzig Mal probiert. Jedes Mal dasselbe Spiel: Er dreht und erklärt, dreht dann wieder. Und ich blieb spätestens nach einer Viertelstunde bei "so, jetzt reicht's" hängen, der Würfel flog nicht unbedingt elegant in die Ecke. Jetzt der Urlaub. Mein Bruder war mit dabei, genauso wie Bubi und seine zwei Halbschwestern. Und...